Im Winterzelt zweisam
überlebt sich am besten, was einsam
zu Tode erschrecken,
vor Kälte erstarren ließe.
Ein Stück Stoff, das den Schnee siebt,
uns mit hinabzieht
- dorthin, wo das Meer knackt und schweigt -
ist unsere Scholle der Zivilisation inmitten
tödlicher Natur, die nichts übrig ließ,
was nicht schon weiß und hart war,
ist es jetzt.
Der Leuchtturm draußen, die majestätischen Fähren,
sind nur noch Symbole,
die uns im Siebensekunden-, Zweistundentakt daran erinnern,
dass die Menschheit die Fahne gehisst hat, seit Jahrhunderten
sich als Gewinner schreibt gegen die Natur,
wo nicht Einzelmenschen zittern, taumeln -
Ein Sieg,
den Leuchtreklamen über der Stadt und
immer gefüllte Schaufenster verkünden,
als wäre dem einsamen Menschenwesen dort unten
tatsächlich die Erleuchtung gekommen, als wären
seine Taschen nicht leer.
Schiffe fahren vorbei und winken nicht,
der Leuchtturm spricht kalt uns die Kunde vom Hafen
hinter tödlich splitterndem Eis,
dessen Matrosen bemützte Maschinen
und keine Menschenfischer mehr sind,
dessen Skyline den Himmel zementiert.
Im Winterzelt zweisam
erlebt sich am besten
die Menschheitsdämmerung.
- Für A. -
(Und noch einmal in Prosa >>)