Sie brachte 1,5 Millionen Chilenen auf die Straße, der britische Guardian kürte sie zur „Person des Jahres 2011“ und in Chile ist sie beliebter als der Präsident: Die Rede ist von Camila Vallejo, der 23-jährigen Geografiestudentin aus Santiago de Chile, die im letzten Jahr die chilenischen Studenten- und Arbeiterproteste anführte. Auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft tourte sie gerade mit einer Delegation durch Europa, wo sie Studenten und Gewerkschaftlern das Revoltieren lehrte.
(gesendet bei DRadio Wissen am 13. Februar 2012, der Beitrag ist hier nachzuhören >>)
Posts mit dem Label - Radiostücke - werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label - Radiostücke - werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 14. Februar 2012
Montag, 19. April 2010
Haste mal 'n Ton?
www.dw-world.de
Sie verstoßen gegen alle Regeln, provozieren auf Schritt und Tritt und gehen jedes Wagnis ein: Der Berliner Bezirk Neukölln und der US-amerikanische Stimmakrobat David Moss haben vieles gemeinsam. Jetzt auch eine Oper.
Gerade noch standen hier Flohmarktverkäufer, die Kleidung aus siebter Hand verkauften und Antiquitäten, die in den anderen Bezirken niemand mehr haben will. Jetzt zieht die Dämmerung über den Trödelmarkt in Berlin-Neukölln. Ein rhythmisches Surren verwandelt das ehemalige Abrissgelände in einen surrealen Ort – man meint den Zahn der Zeit zu hören. Da bewegt es sich hinter den Marktständen: Hier lugt ein Auge hinter einem Fächer hervor, dort zündelt eine Kerze, und überall treten seltsame Gestalten wie Wettermännchen aus ihren Buden – Verkäufer nicht von Dingen, sondern von Liedern und Geschichten.
Neukölln wird zum Spielplatz für Künstler
Mitten in Berlin-Neukölln lässt der Vokalartist David Moss seine Oper "New Babel Sounds" beginnen. Der Kiez wird zum Klangkörper, die Bewohner zu Sängern, die Straße zur Inspirationsquelle. Und Inspiration gibt es hier genug: Neukölln ist ein Neu-Babel, wirtschaftlich einer der ärmsten, kulturell vielleicht der reichste Bezirk Berlins: Menschen aus 160 Ländern leben hier Tür an Tür. Neuköllns Puls rast; der Bezirk der Arbeitslosen und Ausgegrenzten entwickelt sich derzeit zum Spielplatz der Avantgarde. Dieser Puls durchzuckt auch die Oper "New Babel Sounds", die am 17. April im Rahmen des Europäischen Festivals für anderes Musiktheater uraufgeführt wurde. Die Dreigroschenoper des 21. Jahrhunderts kokettiert mit Neuköllns morbidem Charme und den untrainierten Stimmen seiner Bewohner. Denn neben acht Profis aus der ganzen Welt treten auch 80 Laien aus Neukölln darin auf.
Manche Dinge brauchen Zeit
Ferhat Topal und Wolfgang Janzer tragen Bärte und Löwenmähnen in Schwarz und Weiß; in der Probenpause rauchen sie einträchtig im Operngarten; fast möchte man meinen, sie seien Vater und Sohn. Janzer leitet seit 15 Jahren ein offenes Jugendzentrum in Berlin-Neukölln, Topal arbeitet seit einem Jahr dort. Für eine ganze Generation kleiner Neuköllner ist der 24-Jährige der ideale große Bruder. Der noch Türkisch spricht wie sie und sich dennoch als Deutscher fühlt, der alles geschafft hat, was sie sich erträumen. Und doch: Im Chor will keiner von ihnen mitsingen. "Die türkischen und arabischen Migranten sind weitgehend ausgeschlossen vom Wandel, der gerade durch Neukölln geht." Wolfgang Janzer zuckt die Achseln: "Sie schließen sich selbst aus, wissen nichts damit anzufangen. Es gibt Dinge, die brauchen viel Zeit."
Zum Radiobeitrag im DW-Magazin "Kultur Aktuell" | 19.04.2010 | 17.45h (gegen Ende) >
Download (Datei > Speichern unter)
Dabei wäre dies ein guter Zeitpunkt: Spielerischer und grenzenloser als die "New Babel Sounds" kann menschliche Kommunikation kaum sein. Vom Innenhof der Neuköllner Oper aus schaut David Moss zu den 80 Neuköllnern empor, die sich hoch über ihm in die Fenster ringsum gestellt haben. Wie ein Zauberer lässt Moss seine weißen Handschuhe durch die Luft sausen, als wolle er höchstpersönlich an den Stimmbändern seiner Sänger ziehen. Sphärische Klänge erfüllen den ganzen Hof, disharmonisch erst, dann immer ähnlicher. Falsche Töne gibt es nicht bei David Moss – nur einigen muss sich die Gruppe, wie im wirklichen Leben.
Experimenteller Gesang
Moss kann viereinhalb Oktaven überbrücken und im Stakkato die absonderlichsten Laute hervorbringen. Hier schweigt er, in Neukölln sind die Laien die Stars. Der US-Performance-Künstler und Wahlberliner zieht seit zehn Jahren um die ganze Welt und gibt Workshops in experimentellem Gesang. Er träumt von einem rein intuitiven und fast mechanischen Gesang, frei von Ritualen und musikalischen Genres, der ein elementarer Ausdruck des Körpers und der Seele ist. Elaine Mitchener, Jazz-Sängerin aus London, ist begeistert von seiner Methode: "In Zeiten der TV-Casting-Shows sind die Menschen nur noch an perfektem Sologesang interessiert. Dabei geht es beim Singenlernen darum, den Körper zu spüren, den eigenen Laut zu genießen und die eigene Stimme kennenzulernen."
Mit blau glitzerndem Lidschatten und pinkem Pulli steht Canan Caroline Tüzün zwischen den Beinen der Erwachsenen. Mit ihren sieben Jahren ist sie die Jüngste im Chor, aber sie will nicht länger warten: "Ich will Schauspielerin werden – und da muss ich doch singen können!" Antje Zelder-Tüzün lacht über ihre stürmische Tochter: "Ob Canan hier singen lernt, weiß ich nicht. In jedem Fall lernt sie Rücksicht zu nehmen und auf andere zu hören."
Statistin wider Willen
So viel Einigkeit – ist das wirklich noch der Berliner Skandalbezirk? "RUUUHE!", gellt es da von hinten. Die Ruferin balanciert ihren Dackel auf dem rechten Arm, links die Bierdose: "Mein Hund hat Tinnitus und muss operiert werden – und ihr macht hier ein Konzert!" David Moss grinst und macht unbeirrt weiter. Als Elaine Mitcheners Soulstimme den Hof einnimmt und der Chor hoch droben mit einem Stakkato antwortet, steht die Frau mit offenem Mund da. Den Hund hat sie vergessen. Diese Sprachlosigkeit - vielleicht ist es genau das, was dieser lärmende Bezirk braucht.
Donnerstag, 3. Dezember 2009
Umweltengel Vattenfall?
(gesendet bei NDR Info am 2.12.2009)
Anmod:
Solargelb und wasserkraftblau leuchtet das Logo von Vattenfall, dabei spielen erneuerbare Energien für die deutsche Tochter des Energiekonzerns kaum eine Rolle. Nach eigenen Angaben produziert Vattenfall Europe gerade einmal fünf Prozent seiner gesamten Energie mit der Kraft von Wind, Wasser und Sonne. Im Bundesdurchschnitt ist dieser Anteil rund drei Mal so hoch. Trotzdem tritt Vattenfall bei der Klimakonferenz in Kopenhagen als Berater auf – und als Partner der UN-Umweltbehörde. Christina Felschen über eine PR-Kampagne unter dem Dach der Vereinten Nationen.
Download (Datei > Speichern unter)
O-Ton (Vattenfall-Kampagne):
„[...] genau wie ein See nur begrenzt Verschmutzung verträgt, bevor Fische und andere Organismen sterben, so verträgt auch die Erde nur eine begrenzte Menge Treibhausgase, die bei der industriellen Produktion entstehen.“
Sprecher:
Das sagt keine Umweltorganisation, sondern der Energiekonzern Vattenfall in seiner jüngsten Werbekampagne. Ist der Kohlekonzern zum Klimaretter geworden?
Weit gefehlt: Nach wie vor schadet Vattenfall dem Klima mehr als jeder andere Energieproduzent in Deutschland. Nach eigenen Angaben verursachte Vattenfall Europe im letzten Jahr fast Tausend Gramm Kohlendioxid beim Erzeugen von einer Kilowatt-Stunde Strom. Laut Umweltbundesamt liegt Vattenfall damit 60 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
Atmo: Baustelle (bis „Elbe“ drunterlassen)
Sprecher:
Hamburg-Moorburg, eine riesige Baustelle direkt an der Elbe: Seit zwei Jahren entsteht hier eines der größten Steinkohlekraftwerke Europas, eine CO2-Schleuder, die den deutschen Klimazielen voraussichtlich noch 40 Jahre lang im Weg stehen wird. So sehen es Umweltverbände. Wären da nicht die Auflagen des Hamburger Senats, würde Vattenfall seinen Plan wahr machen und das Kühlwasser der Elbe entnehmen – mit dramatischen Folgen für das Ökosystem des Flusses.
Ausgerechnet die Klimakonferenz in Kopenhagen ermöglicht es dem fünftgrößten europäischen Stromkonzern, nun sein Image reinzuwaschen. Dort nämlich taucht der Konzern als Partner der Vereinten Nationen auf. Zusammen mit der UN-Kampagne „Seal the Deal“ hat Vattenfall den Staatschefs schon im Vorfeld seine „Klimaerklärung“ überreicht:
O-Ton (Vattenfall-Kampagne) (wegen kurzer Musikrampe vorne und hinten etwas früher rein und später raus):
Die Erklärung enthält drei Forderungen: 1. Wir brauchen einen weltweit gültigen Preis für die Belastung mit CO2-Emissionen, 2. wir brauchen mehr Förderung für klimafreundliche Technologien, 3. wir brauchen Klimaschutzstandards für Produkte.
Sprecher:
Vattenfall-Sprecher Steffen Herrmann sagte NDR Info, die Konferenz sei für den Konzern von großer Bedeutung; man erwarte richtungsweisende Entscheidungen für die zukünftige Wirtschafts-, Umwelt- und Klimapolitik. Mit der Unterschriftenkampagne will Vattenfall den Politikern eine Richtung weisen, so sieht das Greenpeace: Demnach sollen vor allem andere für die Schäden bezahlen, die Energieproduzenten mit dem CO2-Ausstoß anrichten: 1. Schwellen- und Entwicklungsländer, die kaum Schuld an der globalen Erwärmung tragen, 2. die Bürger mit ihren Steuergeldern und 3. die Verbraucher. Eine Viertelmillion Menschen haben das Vattenfall-Manifest unterschrieben; Achim Steiner, Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, ist nicht darunter. Trotzdem verteidigt er die gemeinsame Kampagne:
O-Ton (Achim Steiner):
„Seal the Deal“ bedeutet ja, dass wir einen Appell an diejenigen richten, die eine Möglichkeit haben die Verhandlungen in Kopenhagen mitzugestalten, zu beeinflussen; sicherzustellen, dass wir dort nicht nur eine Luftblase verhandeln. Ein Energiekonzern, der sich erstmals dazu äußert, dass Klimawandel kein theoretisches Konstrukt ist, sondern ein konkreter Handlungsbedarf, verdient erst einmal die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.
Sprecher:
Doch längst nicht alle bekommen die Gelegenheit diese „Luftblase“ mit ihren Appellen zu füllen. Mehrere Tausend Lobbyisten aus der Industrie werden in Kopenhagen erwartet, doch nur ein paar Hundert Vertreter von Nichtregierungsorganisationen. Dies liege an den ungleichen Möglichkeiten der Einflussnahme, sagt Yiorgos Vassalos von der europäischen Lobbybeobachtungsstelle. So sieht das auch Paul de Clerck, der als Vorsitzender von Friends of the Earth selbst Lobbyarbeit für Umweltverbände in Brüssel betreibt:
O-Ton (Paul de Clerck):
What we find problematic is that decision makers give priviledged access to company lobbyists.
Lobbyists from all these big international companies have way to much influence on decision makers like in UNEP. It’s of course always the dirtiest companies who have the biggest interest, because they have the most to loose so they are the most active in lobbying.
Voice-Over:
Das Problem liegt darin, dass Politiker Industrielobbyisten bevorzugen. Lobbyisten von großen Unternehmen haben viel zu viel Einfluss, auch auf die Umweltbehörde der Vereinten Nationen. Die dreckigsten Konzerne haben auch am meisten zu verlieren, deshalb sind sie auch die aktivsten Lobbyisten.
Sprecher:
UNEP-Direktor Achim Steiner und Vattenfall-Chef Lars Josefsson haben die Partnerschaft auf dem Wirtschafts- und Umwelttreffen „Global Compact“ im September angebahnt. Ein vergleichbares Treffen mit Nichtregierungsorganisationen hat es nicht gegeben.
Anmod:
Solargelb und wasserkraftblau leuchtet das Logo von Vattenfall, dabei spielen erneuerbare Energien für die deutsche Tochter des Energiekonzerns kaum eine Rolle. Nach eigenen Angaben produziert Vattenfall Europe gerade einmal fünf Prozent seiner gesamten Energie mit der Kraft von Wind, Wasser und Sonne. Im Bundesdurchschnitt ist dieser Anteil rund drei Mal so hoch. Trotzdem tritt Vattenfall bei der Klimakonferenz in Kopenhagen als Berater auf – und als Partner der UN-Umweltbehörde. Christina Felschen über eine PR-Kampagne unter dem Dach der Vereinten Nationen.
Download (Datei > Speichern unter)
O-Ton (Vattenfall-Kampagne):
„[...] genau wie ein See nur begrenzt Verschmutzung verträgt, bevor Fische und andere Organismen sterben, so verträgt auch die Erde nur eine begrenzte Menge Treibhausgase, die bei der industriellen Produktion entstehen.“
Sprecher:
Das sagt keine Umweltorganisation, sondern der Energiekonzern Vattenfall in seiner jüngsten Werbekampagne. Ist der Kohlekonzern zum Klimaretter geworden?
Weit gefehlt: Nach wie vor schadet Vattenfall dem Klima mehr als jeder andere Energieproduzent in Deutschland. Nach eigenen Angaben verursachte Vattenfall Europe im letzten Jahr fast Tausend Gramm Kohlendioxid beim Erzeugen von einer Kilowatt-Stunde Strom. Laut Umweltbundesamt liegt Vattenfall damit 60 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
Atmo: Baustelle (bis „Elbe“ drunterlassen)
Sprecher:
Hamburg-Moorburg, eine riesige Baustelle direkt an der Elbe: Seit zwei Jahren entsteht hier eines der größten Steinkohlekraftwerke Europas, eine CO2-Schleuder, die den deutschen Klimazielen voraussichtlich noch 40 Jahre lang im Weg stehen wird. So sehen es Umweltverbände. Wären da nicht die Auflagen des Hamburger Senats, würde Vattenfall seinen Plan wahr machen und das Kühlwasser der Elbe entnehmen – mit dramatischen Folgen für das Ökosystem des Flusses.
Ausgerechnet die Klimakonferenz in Kopenhagen ermöglicht es dem fünftgrößten europäischen Stromkonzern, nun sein Image reinzuwaschen. Dort nämlich taucht der Konzern als Partner der Vereinten Nationen auf. Zusammen mit der UN-Kampagne „Seal the Deal“ hat Vattenfall den Staatschefs schon im Vorfeld seine „Klimaerklärung“ überreicht:
O-Ton (Vattenfall-Kampagne) (wegen kurzer Musikrampe vorne und hinten etwas früher rein und später raus):
Die Erklärung enthält drei Forderungen: 1. Wir brauchen einen weltweit gültigen Preis für die Belastung mit CO2-Emissionen, 2. wir brauchen mehr Förderung für klimafreundliche Technologien, 3. wir brauchen Klimaschutzstandards für Produkte.
Sprecher:
Vattenfall-Sprecher Steffen Herrmann sagte NDR Info, die Konferenz sei für den Konzern von großer Bedeutung; man erwarte richtungsweisende Entscheidungen für die zukünftige Wirtschafts-, Umwelt- und Klimapolitik. Mit der Unterschriftenkampagne will Vattenfall den Politikern eine Richtung weisen, so sieht das Greenpeace: Demnach sollen vor allem andere für die Schäden bezahlen, die Energieproduzenten mit dem CO2-Ausstoß anrichten: 1. Schwellen- und Entwicklungsländer, die kaum Schuld an der globalen Erwärmung tragen, 2. die Bürger mit ihren Steuergeldern und 3. die Verbraucher. Eine Viertelmillion Menschen haben das Vattenfall-Manifest unterschrieben; Achim Steiner, Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, ist nicht darunter. Trotzdem verteidigt er die gemeinsame Kampagne:
O-Ton (Achim Steiner):
„Seal the Deal“ bedeutet ja, dass wir einen Appell an diejenigen richten, die eine Möglichkeit haben die Verhandlungen in Kopenhagen mitzugestalten, zu beeinflussen; sicherzustellen, dass wir dort nicht nur eine Luftblase verhandeln. Ein Energiekonzern, der sich erstmals dazu äußert, dass Klimawandel kein theoretisches Konstrukt ist, sondern ein konkreter Handlungsbedarf, verdient erst einmal die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.
Sprecher:
Doch längst nicht alle bekommen die Gelegenheit diese „Luftblase“ mit ihren Appellen zu füllen. Mehrere Tausend Lobbyisten aus der Industrie werden in Kopenhagen erwartet, doch nur ein paar Hundert Vertreter von Nichtregierungsorganisationen. Dies liege an den ungleichen Möglichkeiten der Einflussnahme, sagt Yiorgos Vassalos von der europäischen Lobbybeobachtungsstelle. So sieht das auch Paul de Clerck, der als Vorsitzender von Friends of the Earth selbst Lobbyarbeit für Umweltverbände in Brüssel betreibt:
O-Ton (Paul de Clerck):
What we find problematic is that decision makers give priviledged access to company lobbyists.
Lobbyists from all these big international companies have way to much influence on decision makers like in UNEP. It’s of course always the dirtiest companies who have the biggest interest, because they have the most to loose so they are the most active in lobbying.
Voice-Over:
Das Problem liegt darin, dass Politiker Industrielobbyisten bevorzugen. Lobbyisten von großen Unternehmen haben viel zu viel Einfluss, auch auf die Umweltbehörde der Vereinten Nationen. Die dreckigsten Konzerne haben auch am meisten zu verlieren, deshalb sind sie auch die aktivsten Lobbyisten.
Sprecher:
UNEP-Direktor Achim Steiner und Vattenfall-Chef Lars Josefsson haben die Partnerschaft auf dem Wirtschafts- und Umwelttreffen „Global Compact“ im September angebahnt. Ein vergleichbares Treffen mit Nichtregierungsorganisationen hat es nicht gegeben.
Montag, 16. November 2009
Musik in den Häusern...
Verstimmte Gitarren, schiefe Kinderstimmen, quietschende Blöckflöten: Für viele ist Hausmusik ein Genre, das aus gutem Grund hinter verschlossenen Türen bleibt. Nicht so beim Festival „Musik in den Häusern der Stadt“, das noch bis morgen in Hamburg stattfindet: Neben mehreren Unternehmen laden acht Familien zu Hauskonzerten mit professionellen Musikern in ihre Privatwohnungen ein. Christina Felschen war gestern Abend bei Familie Köser in Hamburg-Marienthal zu Gast und erlebte dort Spark, „die klassische Band“.
Download (Datei > Speichern unter)
Download (Datei > Speichern unter)
Dienstag, 10. November 2009
Voxpops
Wie finden Sie den Auftakt der Schwarzgelben Koalition?(anlässlich Merkels Regierungserklärung, für NDR Info Mittagsecho, 10.11.)
Download
Was ist für Sie typisch deutsch?(für Hörfunkmagazin der EJS, Oktober 2009)
Download
Was verbinden Sie mit IKEA-Design?(anlässlich einer Design-Ausstellung des schwedischen Möbelhändlers, für NDR Info Kultur, 11.11)
Download
Download
Home sweet Neukölln: Wie gefällt Ihnen der Bezirk Neukölln? (für EJS, 8/09)
Was tun Sie, um das Klima zu schützen? - nachgefragt bei ÖKT-Besuchern, Mai 2010
Download
Was ist für Sie typisch deutsch?(für Hörfunkmagazin der EJS, Oktober 2009)
Download
Was verbinden Sie mit IKEA-Design?(anlässlich einer Design-Ausstellung des schwedischen Möbelhändlers, für NDR Info Kultur, 11.11)
Download
Download
Home sweet Neukölln: Wie gefällt Ihnen der Bezirk Neukölln? (für EJS, 8/09)
Was tun Sie, um das Klima zu schützen? - nachgefragt bei ÖKT-Besuchern, Mai 2010
Kinosterben
Nach der Arbeit, nach dem Einkaufen noch schnell ein Kinobesuch in der Innenstadt? Das geht in vielen norddeutschen Städten gar nicht mehr. Denn in den Stadtzentren fallen immer mehr Kinos den hohen Mieten zum Opfer. Von den 42 Kinos in Hamburg, Hannover, Kiel und Schwerin liegen bald nur noch fünf in den Innenstädten. Mit ihnen sterben oft die Zeugen eines ganzen Jahrhunderts: So auch beim ältesten Hamburger Kino,dem Passagekino, das in wenigen Wochen geschlossen wird.
Erwarten uns im 21. Jahrhundert öde Innenstädte und dunkle Leinwände? Christina Felschen über Gründe und Prognosen für das neueste Kinosterben.
Download
(für NDR Info, November 2009)
Nachtrag: Für das Passage-Kino gibt es jetzt ein überraschendes Nachspiel.
Erwarten uns im 21. Jahrhundert öde Innenstädte und dunkle Leinwände? Christina Felschen über Gründe und Prognosen für das neueste Kinosterben.
Download
(für NDR Info, November 2009)
Nachtrag: Für das Passage-Kino gibt es jetzt ein überraschendes Nachspiel.
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Riraringelnatz
Mini-Feature zum 75. Todestag des Dichters Ringelnatz am 17.11.2009, produziert im Oktober 2009 an der Ev. Journalistenschule in Berlin. Hier die ersten 4'30 von 5'30
Download (Datei > Speichern unter)
Musik:
Martin Grubinger, Neue Musik
Ringelnatz:
Die Nacht war kalt und sternenklar,
da trieb im Meer bei Norderney
ein Suahelischnurrbarthaar -
die nächste Schiffsuhr wies auf drei.
Mir scheint da mancherlei nicht klar:
man fragt doch, wenn man Logik hat,
Was sucht ein Suahelihaar
denn nachts um drei am Kattegatt?
Sprecherin:
Ein Gedicht von Hans Gustav Bötticher, besser bekannt als – Ringelnatz (Verfremdung). Der Wortkünstler ist heute vor 75 Jahren gestorben. Doch seine Geschöpfe sind noch heute quicklebendig:
Ringelnatz (Cross-Fades, 2 Sprecher männlich, weiblich):
1. Es war ein Brikett, ein großes Genie,
Das Philosophie studierte
(ausblenden, 2. einblenden)
Und später selbst an der Akademie
Im gleichen Fache dozierte.
Es sprach zur versammelten Briketterie
2. Ein männlicher Briefmark erlebte
Was Schönes, bevor er klebte.
(ausblenden, 3. einblenden)
Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm erweckt.
3. In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
(ausblenden, 4. einblenden)
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
4. Aber es entrang sich ihm nichts.
Daddeldu war nicht auf die Wache zu bringen.
Daddeldu Duddel Kuttelmuttel, Katteldu
(ausblenden, 5. einblenden)
erwachte erstaunt und singend morgens um vier
Zwischen Nasenbluten und Pomm de Schwall auf der Pier.
5. Dann hing ich mich früh in ein Warenhaus
Und flederte nachts und mauste,
Daß es Herrn Silberstein grauste.
Denn Meterflaus, Fliedermus, Fledermaus —
(Es geht nicht mehr; mein Verstand läuft aus.)
Sprecherin:
Bötticher wird 1883 im wilhelminischen Deutschland geboren und macht früh Karriere: als schrulliger Sonderling, Querdenker und Querulant. Mit 14 Jahren bekommt er einen saftigen Eintrag ins Klassenbuch:
Lehrer:
(schreibt ins Klassenbuch) „Ein Schulrüpel ersten Ranges, aus lauter Ungezogenheiten zusammengesetzt. “ (klappt Buch zu) „Raus!“
Musik:
Martin Grubinger, Neue Musik
Sprecherin:
Da fliegt er, der Sohn aus gutem Hause, fliegt von seinem Leipziger Gymnasium.
Ringelnatz:
„Kinder, ihr müsst euch mehr zutraun, ihr lasst euch von Erwachsenen belügen und schlagen, denkt mal, fünf Kinder genügen, um eine Großmama zu verhaun.“
Musik:
Crossfade Grubinger/ Sandmännchen (drunterlassen)
Ringelnatz:
Lieber Gott mit Christussohn,
Ach schenk mir doch ein Grammophon.
Ich bin ein ungezognes Kind,
Weil meine Eltern Säufer sind.
Verzeih mir, daß ich gähne.
Beschütze mich in der Not,
Mach meine Eltern noch nicht tot
Und schenk der Oma Zähne.
Sprecherin:
Seine Empathie war grenzenlos. Seine Poesie schwebte nicht über allen Gipfeln, sondern klebte dicht am Boden: an den Fersen der Kinder, an einem stolzen Pflasterstein, zwei reisemüden Ameisen, einem rebellischen Taschenkrebs, einem verliebten Briefmark, an einem verirrten Suahelihaar (Crossfade Musik Sandmännchen/ Atmo Fledermäuse) und anderen Nachtgestalten:
Atmo:
Fledermäuse flattern und rufen
Ringelnatz:
Ich wollte, ich wär eine Fledermaus,
Eine ganz verluschte, verlauste...
Dann hing ich mich früh in ein Warenhaus
Und flederte nachts und mauste
(Musik ausblenden)
Sprecherin:
Ich wollt, ich wär. Bötticher war alles und nichts, eine flatterhafte Gestalt: Schlangenträger auf dem Hamburger Jahrmarkt, Bibliothekar in Riga, Schaufensterdekorateur, Tabakladenbesitzer, Gartenbauschüler, (ganz langsam ausblenden, Fledermaus-Atmo einblenden) Fremdenführer, Marineoffizier, Kabarettist, Plakatmaler, Rezitator, Archivar, Sekretär.
Atmo: Fledermäuse
Ringelnatz:
Denn Meterflaus, Fliedermus, Fledermaus —
(Es geht nicht mehr; mein Verstand läuft aus.)
Aus: Die Schnupftabaksdose – Stumpfsinn in Versen.
Sprecher:
Stumpfsinn mit Hintersinn. Wie die meisten deutschen Intellektuellen meldete er sich zu Beginn des 1. Weltkriegs freiwillig als Soldat. Geträumt hat er von Kriegseinsatz und Heldenruhm, gekämpft hat er nur gegen Langeweile und Fußpilz:
Ringelnatz:
Kein Feind, kein Schuß, kein Spion, kein Mord. Man wacht und gähnt und wünscht sich an Bord.
Sprecherin:
Das schrieb er ins Wachbuch seiner Kaserne. Er gilt als unpolitisch, doch er war ein großer Zeitsatiriker. Je größenwahnsinniger seine Zeit, desto banaler seine Helden, desto absurder seine Themen: er durchkreuzt die wilhelminische Ordnung und die faschistische Propaganda still und leise, mit Trippelschritten:
Gedicht:
In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.
Sprecherin:
Bald darauf holen ihn die Nazis von der Bühne und verbrennen seine Bücher. Im November 1934 stirbt er mit nur 51 Jahren an Tuberkulose, er ist völlig verarmt.
Rühmkort:
Hoch sollst du leben, / großer kleiner, / bis in den letzten Nervenstrich spinnwebfeiner / unübersetzbarer Mann!“ - Peter Rühmkort -
Ringelnatz:
Ich bin etwas schief ins Leben gebaut.
Sprecherin:
Und schief ragt er bis heute auf in der deutschen Lyrik: eine Ausnahmeerscheinung, nicht zu übersetzen und in keine Stilrichtung einzuordnen. Niemand torkelte wie er zwischen Witz und Wehmut.
Musik: Grubinger
Ringelnatz:
In der Stratosphäre,
Links vom Eingang, führt ein Gang
(Wenn er nicht verschüttet wäre)
Sieben Kilometer lang
Bis ins Ungefähre.
Dort erkennt man weit und breit
Nichts. Denn dort herrscht Dunkelheit.
Wenn man da die Augen schließt
Und sich langsam selbst erschießt,
Dann erinnert man sich gern
An den deutschen Abendstern.
Download (Datei > Speichern unter)
Musik:
Martin Grubinger, Neue Musik
Ringelnatz:
Die Nacht war kalt und sternenklar,
da trieb im Meer bei Norderney
ein Suahelischnurrbarthaar -
die nächste Schiffsuhr wies auf drei.
Mir scheint da mancherlei nicht klar:
man fragt doch, wenn man Logik hat,
Was sucht ein Suahelihaar
denn nachts um drei am Kattegatt?
Sprecherin:
Ein Gedicht von Hans Gustav Bötticher, besser bekannt als – Ringelnatz (Verfremdung). Der Wortkünstler ist heute vor 75 Jahren gestorben. Doch seine Geschöpfe sind noch heute quicklebendig:
Ringelnatz (Cross-Fades, 2 Sprecher männlich, weiblich):
1. Es war ein Brikett, ein großes Genie,
Das Philosophie studierte
(ausblenden, 2. einblenden)
Und später selbst an der Akademie
Im gleichen Fache dozierte.
Es sprach zur versammelten Briketterie
2. Ein männlicher Briefmark erlebte
Was Schönes, bevor er klebte.
(ausblenden, 3. einblenden)
Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm erweckt.
3. In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
(ausblenden, 4. einblenden)
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
4. Aber es entrang sich ihm nichts.
Daddeldu war nicht auf die Wache zu bringen.
Daddeldu Duddel Kuttelmuttel, Katteldu
(ausblenden, 5. einblenden)
erwachte erstaunt und singend morgens um vier
Zwischen Nasenbluten und Pomm de Schwall auf der Pier.
5. Dann hing ich mich früh in ein Warenhaus
Und flederte nachts und mauste,
Daß es Herrn Silberstein grauste.
Denn Meterflaus, Fliedermus, Fledermaus —
(Es geht nicht mehr; mein Verstand läuft aus.)
Sprecherin:
Bötticher wird 1883 im wilhelminischen Deutschland geboren und macht früh Karriere: als schrulliger Sonderling, Querdenker und Querulant. Mit 14 Jahren bekommt er einen saftigen Eintrag ins Klassenbuch:
Lehrer:
(schreibt ins Klassenbuch) „Ein Schulrüpel ersten Ranges, aus lauter Ungezogenheiten zusammengesetzt. “ (klappt Buch zu) „Raus!“
Musik:
Martin Grubinger, Neue Musik
Sprecherin:
Da fliegt er, der Sohn aus gutem Hause, fliegt von seinem Leipziger Gymnasium.
Ringelnatz:
„Kinder, ihr müsst euch mehr zutraun, ihr lasst euch von Erwachsenen belügen und schlagen, denkt mal, fünf Kinder genügen, um eine Großmama zu verhaun.“
Musik:
Crossfade Grubinger/ Sandmännchen (drunterlassen)
Ringelnatz:
Lieber Gott mit Christussohn,
Ach schenk mir doch ein Grammophon.
Ich bin ein ungezognes Kind,
Weil meine Eltern Säufer sind.
Verzeih mir, daß ich gähne.
Beschütze mich in der Not,
Mach meine Eltern noch nicht tot
Und schenk der Oma Zähne.
Sprecherin:
Seine Empathie war grenzenlos. Seine Poesie schwebte nicht über allen Gipfeln, sondern klebte dicht am Boden: an den Fersen der Kinder, an einem stolzen Pflasterstein, zwei reisemüden Ameisen, einem rebellischen Taschenkrebs, einem verliebten Briefmark, an einem verirrten Suahelihaar (Crossfade Musik Sandmännchen/ Atmo Fledermäuse) und anderen Nachtgestalten:
Atmo:
Fledermäuse flattern und rufen
Ringelnatz:
Ich wollte, ich wär eine Fledermaus,
Eine ganz verluschte, verlauste...
Dann hing ich mich früh in ein Warenhaus
Und flederte nachts und mauste
(Musik ausblenden)
Sprecherin:
Ich wollt, ich wär. Bötticher war alles und nichts, eine flatterhafte Gestalt: Schlangenträger auf dem Hamburger Jahrmarkt, Bibliothekar in Riga, Schaufensterdekorateur, Tabakladenbesitzer, Gartenbauschüler, (ganz langsam ausblenden, Fledermaus-Atmo einblenden) Fremdenführer, Marineoffizier, Kabarettist, Plakatmaler, Rezitator, Archivar, Sekretär.
Atmo: Fledermäuse
Ringelnatz:
Denn Meterflaus, Fliedermus, Fledermaus —
(Es geht nicht mehr; mein Verstand läuft aus.)
Aus: Die Schnupftabaksdose – Stumpfsinn in Versen.
Sprecher:
Stumpfsinn mit Hintersinn. Wie die meisten deutschen Intellektuellen meldete er sich zu Beginn des 1. Weltkriegs freiwillig als Soldat. Geträumt hat er von Kriegseinsatz und Heldenruhm, gekämpft hat er nur gegen Langeweile und Fußpilz:
Ringelnatz:
Kein Feind, kein Schuß, kein Spion, kein Mord. Man wacht und gähnt und wünscht sich an Bord.
Sprecherin:
Das schrieb er ins Wachbuch seiner Kaserne. Er gilt als unpolitisch, doch er war ein großer Zeitsatiriker. Je größenwahnsinniger seine Zeit, desto banaler seine Helden, desto absurder seine Themen: er durchkreuzt die wilhelminische Ordnung und die faschistische Propaganda still und leise, mit Trippelschritten:
Gedicht:
In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.
Sprecherin:
Bald darauf holen ihn die Nazis von der Bühne und verbrennen seine Bücher. Im November 1934 stirbt er mit nur 51 Jahren an Tuberkulose, er ist völlig verarmt.
Rühmkort:
Hoch sollst du leben, / großer kleiner, / bis in den letzten Nervenstrich spinnwebfeiner / unübersetzbarer Mann!“ - Peter Rühmkort -
Ringelnatz:
Ich bin etwas schief ins Leben gebaut.
Sprecherin:
Und schief ragt er bis heute auf in der deutschen Lyrik: eine Ausnahmeerscheinung, nicht zu übersetzen und in keine Stilrichtung einzuordnen. Niemand torkelte wie er zwischen Witz und Wehmut.
Musik: Grubinger
Ringelnatz:
In der Stratosphäre,
Links vom Eingang, führt ein Gang
(Wenn er nicht verschüttet wäre)
Sieben Kilometer lang
Bis ins Ungefähre.
Dort erkennt man weit und breit
Nichts. Denn dort herrscht Dunkelheit.
Wenn man da die Augen schließt
Und sich langsam selbst erschießt,
Dann erinnert man sich gern
An den deutschen Abendstern.
Heridonismus
Download (Datei > Speichern unter)
(bisher unveröffentlicht, produziert im Sept. 09 an der Ev. Journalistenschule in Berlin, Anfang eines Mini-Features à 4'00)
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Trailer
"Trotamundos, das Reisemagazin" (EJS 2009)
Download (Datei > Speichern unter)
"Hotel Berlin, das Multi-Kulti-Magazin" (EJS 2009)
Download (Datei > Speichern unter)
"Hotel Berlin, das Multi-Kulti-Magazin" (EJS 2009)
Sonntag, 31. August 2008
Die Stadt mit der roten Pelerine
Rezension
Deutsche Welle, Bücherwelt, Juni 2008
Download (Datei > Speichern unter)
Ash Erdogan: "Die Stadt mit der roten Pelerine", Unionsverlag, 2008, 204 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 978-3293100107
Deutsche Welle, Bücherwelt, Juni 2008
Download (Datei > Speichern unter)
Ash Erdogan: "Die Stadt mit der roten Pelerine", Unionsverlag, 2008, 204 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 978-3293100107
Donnerstag, 17. Juli 2008
Streicheln Sie den Gemüsegarten!
Ankündigung eines Festivals mit dem hübschen Namen: "Streicheln Sie den Gemüsegarten!"
Download (Datei > Speichern unter)
CARESSEZ LE POTAGER
C’est la saison de la récolte ! Du 17 au 19 juillet les artistes de «Caressez le potager», festival de création aussi remarquable que son nom, invitent à partager les fruits de leur travail. Au Parc de la Mirabelle on cultive les arts judéoarabandaloux et se laisse entraîner par la symphonie des mouvements, tout en pratiquant l’écoconscience. Balade à travers le parc en pleine ébulition.
Download (Datei > Speichern unter)
CARESSEZ LE POTAGER
C’est la saison de la récolte ! Du 17 au 19 juillet les artistes de «Caressez le potager», festival de création aussi remarquable que son nom, invitent à partager les fruits de leur travail. Au Parc de la Mirabelle on cultive les arts judéoarabandaloux et se laisse entraîner par la symphonie des mouvements, tout en pratiquant l’écoconscience. Balade à travers le parc en pleine ébulition.
Samstag, 12. Juli 2008
Don Robertos Schatten
Interview mit einem chilenischen Filmemacher auf dem FID Marseille:
Französische Version (Kritik + Interview) für Radio Grenouille 88.8/ Version française (critique et entretien) diffusée par Radio Grenouille 88.8
Download
Spanische Originalversion/ Versión original (español)
L'OMBRE DE DON ROBERTO
Travail sur la mémoire, traumatismes de guerre et réconciliation – les films du réalisateur chilien Juan Diego Spoerer explorent les sujets pénibles des sociétés latino-américaines. Ancien exilé politique, il descend dans les ruines de l'histoire récente de son pays. Au Festival International du Documentaire le public marseillais s'est initié à l'univers du réalisateur chilien à travers son dernier film « La sombra de Don Roberto » (« L'ombre de Don Roberto »). Au milieu du désert Atacama, il découvre un ancien camp de prisonniers habité par un âme solitaire qui chasse les démons de son passé. Critique et Interview avec le réalisateur par Christina Felschen.
Juan Diego Spoerer est réalisateur et en tant que tel toujours à la recherhe de bonnes histoires. Mais pour raconter l'Histoire récente de son pays, le Chili, il a ramassé plus d'une seule pierre. Il est descendu dans des ruines:
Au nord du Chili, au milieu du désert Atacama, il y a un lieu qui respire l'Histoire contemporaine de l'Amérique Latine comme peu d'autres. L'ancienne mine de salpêtre de Chacabuco a été le moteur de l'industrialisation chilienne. Une génération plus tard, au début des années 70, le général Augusto Pinochet l'a transformé en un camp de prisonniers. Et puis, encore une génération plus tard, une âme solitaire cultive la vie et la mémoire dans les ruines. Il s'agit de Roberto Zaldivar qui a vécu les trois époques de Chacabuco.
Quand, tout petit, il jouait dans la mine rècemment abandonée, il ressentait une étrange anxiété. C''est dans ce même lieu que, quelques années plus tard, les militaires tentèrent de rompre sa résistance. Il a survécu, à la différence de beaucoup d'autres, mais les cauchemars de son emprisonnement le poursuivent. Aujourd'hui il se confronte avec les fantômes du passé et les apprivoise à l'endroit de leur origine, à côté des waggonets et des tombes.
Dans son documentaire « La sombra de Don Roberto », « L'ombre de Don Roberto », Juan Diego Spoerer observe avec grande sensibilité le phénix renaître de ses cendres. Le visage de Don Roberto est vieux et ridés mais ses yeux brillent encore. Il pèse ses mots : entre deux gorgée de café ou en face des murs du camp il énonce des pensées digne d'un philosophe. Spoerer s'abstient de tout voyeurisme et ne détaille pas les souffrance de l'ex-prisonnier. Néanmoins il nous fait ressentir ce trauma: quand les barres de fer qui claquent dans le vent évoquent les chaînes des prisonniers, quand Don Roberto chasse une mouche brusquement comme un souvenir non-volu.
Quelques images d'archive de la libération du camp montrent explicitement les circonstances dans lesquelles ont vécu les prisonniers. Mais elles ne sont pas nécessaires: Le seul personnage de Don Roberto, victime aussi atypique que symbolique, aide beaucoup mieux à comprendre la réalité derrière le rideau de l'Histoire. Quand il se balade librement dans les rues ou avait pris fin sa liberté, on voit dans chaqu'un de ses pas le triomphe d'être rené un homme libre.
Spoerer capte l'ancien camp de prisonnier par des images d'une beauté surprenante, entièrement filmées au soleil couchant, quand l'ombre de Don Roberto se ralonge et sa mémoire s'éveille.
« La sombra de Don Roberto » est un film qui vit de ses contrastes : Le spectateur arrive à comprendre pourquoi dans ce camp de morts Roberto Zaldivar a retrouvé la paix. Il s'agit de bien plus que d'encore un autre film sur le fascisme chilien. C'est un récit sur la mémoire, peuplé d' images poétiques, de solitude et de silence. Récit qui porte en lui l'espoir de réconciliation.
Le film qui a été primé dans plusieurs festivals internationaux, mais il n'est malheureusement pas encore diffusé en France. Seul le public marseillais a pu le voir à l’occasion du 19e Festival international de film documentaire. Juan Diego Spoerer était sur place et Christina Felschen a rencontré ce chasseur-cueilleurs d'histoires à la Criée.
Französische Version (Kritik + Interview) für Radio Grenouille 88.8/ Version française (critique et entretien) diffusée par Radio Grenouille 88.8
Download
Spanische Originalversion/ Versión original (español)
L'OMBRE DE DON ROBERTO
Travail sur la mémoire, traumatismes de guerre et réconciliation – les films du réalisateur chilien Juan Diego Spoerer explorent les sujets pénibles des sociétés latino-américaines. Ancien exilé politique, il descend dans les ruines de l'histoire récente de son pays. Au Festival International du Documentaire le public marseillais s'est initié à l'univers du réalisateur chilien à travers son dernier film « La sombra de Don Roberto » (« L'ombre de Don Roberto »). Au milieu du désert Atacama, il découvre un ancien camp de prisonniers habité par un âme solitaire qui chasse les démons de son passé. Critique et Interview avec le réalisateur par Christina Felschen.
Juan Diego Spoerer est réalisateur et en tant que tel toujours à la recherhe de bonnes histoires. Mais pour raconter l'Histoire récente de son pays, le Chili, il a ramassé plus d'une seule pierre. Il est descendu dans des ruines:
Au nord du Chili, au milieu du désert Atacama, il y a un lieu qui respire l'Histoire contemporaine de l'Amérique Latine comme peu d'autres. L'ancienne mine de salpêtre de Chacabuco a été le moteur de l'industrialisation chilienne. Une génération plus tard, au début des années 70, le général Augusto Pinochet l'a transformé en un camp de prisonniers. Et puis, encore une génération plus tard, une âme solitaire cultive la vie et la mémoire dans les ruines. Il s'agit de Roberto Zaldivar qui a vécu les trois époques de Chacabuco.
Quand, tout petit, il jouait dans la mine rècemment abandonée, il ressentait une étrange anxiété. C''est dans ce même lieu que, quelques années plus tard, les militaires tentèrent de rompre sa résistance. Il a survécu, à la différence de beaucoup d'autres, mais les cauchemars de son emprisonnement le poursuivent. Aujourd'hui il se confronte avec les fantômes du passé et les apprivoise à l'endroit de leur origine, à côté des waggonets et des tombes.
Dans son documentaire « La sombra de Don Roberto », « L'ombre de Don Roberto », Juan Diego Spoerer observe avec grande sensibilité le phénix renaître de ses cendres. Le visage de Don Roberto est vieux et ridés mais ses yeux brillent encore. Il pèse ses mots : entre deux gorgée de café ou en face des murs du camp il énonce des pensées digne d'un philosophe. Spoerer s'abstient de tout voyeurisme et ne détaille pas les souffrance de l'ex-prisonnier. Néanmoins il nous fait ressentir ce trauma: quand les barres de fer qui claquent dans le vent évoquent les chaînes des prisonniers, quand Don Roberto chasse une mouche brusquement comme un souvenir non-volu.
Quelques images d'archive de la libération du camp montrent explicitement les circonstances dans lesquelles ont vécu les prisonniers. Mais elles ne sont pas nécessaires: Le seul personnage de Don Roberto, victime aussi atypique que symbolique, aide beaucoup mieux à comprendre la réalité derrière le rideau de l'Histoire. Quand il se balade librement dans les rues ou avait pris fin sa liberté, on voit dans chaqu'un de ses pas le triomphe d'être rené un homme libre.
Spoerer capte l'ancien camp de prisonnier par des images d'une beauté surprenante, entièrement filmées au soleil couchant, quand l'ombre de Don Roberto se ralonge et sa mémoire s'éveille.
« La sombra de Don Roberto » est un film qui vit de ses contrastes : Le spectateur arrive à comprendre pourquoi dans ce camp de morts Roberto Zaldivar a retrouvé la paix. Il s'agit de bien plus que d'encore un autre film sur le fascisme chilien. C'est un récit sur la mémoire, peuplé d' images poétiques, de solitude et de silence. Récit qui porte en lui l'espoir de réconciliation.
Le film qui a été primé dans plusieurs festivals internationaux, mais il n'est malheureusement pas encore diffusé en France. Seul le public marseillais a pu le voir à l’occasion du 19e Festival international de film documentaire. Juan Diego Spoerer était sur place et Christina Felschen a rencontré ce chasseur-cueilleurs d'histoires à la Criée.
Freitag, 4. Juli 2008
Mirages
INTERVIEW mit Olivier Dury
Am 7. Juli wird Olivier Dury als Festivalsieger bekannt gegeben, am 5. Juli habe ich mit ihm über seinen Film Mirages (France, 2008, 46') gesprochen. Intuition féminine!
Download
(Auch zu finden auf dem Blog des FID Marseille, mit dem sich die Stadt als Europäische Kulturhauptstadt 2013 beworben hat.)
KRITIK
Beim zweiten Sprung ist das Wasser noch immer kalt (2 1/2 Stunden Zeit zum Schreiben), aber ich habe ein Fahrrad, eine Korrekturleserin und eine bessere Stimme:
(siehe 3'30 bei 2/3 der Sendung nach den Portugiesen, falls der Player nicht funktioniert einfach diesem Link folgen und ganz unten das "Magazine du 4 juillet 08" öffnen)
Sur l’écran « Traduire l’Europe » on voit un film qui ne se déroule pas du tout en Europe mais qui traite néanmoins de ce continent-ci, des fantaisies qu’il génère vue de l’extérieur. Il s’agit de Mirages, le premier film du jeune réalisateur Olivier Dury.
Dury se mène dans la trasse des migrants subsahariens, qui cherchent à rejoindre la Méditerranée. Sa caméra accompagne les cinq premiers jours d’un convoi de migrants a travers le Sahara, d'Agadez au sud du Niger jusqu'à Djanet, ville frontalière avec la Lybie. On suit deux pickups surchargés de jeunes hommes dont les pieds touchent presque le sable. Guidé par des touaregs, l'incroyable convoi avance dans la brousse, sur des pistes vertigineuses et à travers des tourbillons de sable. Les foulards protègent a peine contre le sable et l’impitoyable sécheresse ; le feu chauffe a peine dans le froid nocturne.
Rarement apparaissent au bord de la route des signes de vie, seulement pour vite disparaître dans le néant : on voit des enfants qui découvrent le seul blanc dans le convoi, on voit une grenouille qui lutte pour survivre ainsi qu’un vautour qui l’attendent s’il n’y arrive pas. Les hommes restent seules dans le désert : ils cherchent la distance l’un de l’autre, se combattent pour l’espace étroit sur les pickups et fixent le néant. La fatigue et l’espoir se mêlent. Pour eux l’Europe est a la fois le mirage d’une vie meilleure et le piège qui les fait souffrir. Seulement la nuit rapproche ces migrants solitaires: le feu de bivouac crée un espace clos dans l’infinité du désert.
La caméra d’Olivier Dury frôle les pieds et les visages. Elle s'attarde sur un moteur en surchauffe, un pneu à changer et un malade à soigner. Le film se veut objectif : Dury se limite a observer, il renonce aux commentaires et ne se choisit pas de protagoniste. Il ne montre qu’une période de transition - faute d’autorisation de tournage, le film s’arrête à la frontière de la Lybie.
Pourquoi ces hommes du Niger, du Sénégal, de la Mauritanie se mettent en route pour un tel calvaire ? Est-ce la lutte de survie ? Des raisons politiques ? Et qu’est-ce qui les attend en Europe ? La clandestinité ? L’expulsion ? Le film soulève bien plus de question sur la migration africaine vers l’Europe qu’il ne donne des réponses. Mais cet esprit énigmatique est justement son point fort. Devant et derrière la petite caravane, l’horizon vacille, scintille, deviens flou : d’autant que les raisons de leur émigration sont laissées a l’imagination du spectateur, les migrants ne savent pas, vers quoi ils se dirigent.
Mirages, ce sont 46 minutes d’images et sons poétiques, c’est une caméra qui échange des regards muets et compréhensifs avec des hommes que, de l’autre coté de la Méditerranée, nous allons transformer d’êtres humains en êtres clandestins. Pour ceux, qui ne veulent pas rater le début cinématographique d’Olivier Dury, rendez-vous demain à 18.30h au CRDP ou dimanche a 13.45h à la Criée.
Am 7. Juli wird Olivier Dury als Festivalsieger bekannt gegeben, am 5. Juli habe ich mit ihm über seinen Film Mirages (France, 2008, 46') gesprochen. Intuition féminine!
Download
(Auch zu finden auf dem Blog des FID Marseille, mit dem sich die Stadt als Europäische Kulturhauptstadt 2013 beworben hat.)
KRITIK
Beim zweiten Sprung ist das Wasser noch immer kalt (2 1/2 Stunden Zeit zum Schreiben), aber ich habe ein Fahrrad, eine Korrekturleserin und eine bessere Stimme:
(siehe 3'30 bei 2/3 der Sendung nach den Portugiesen, falls der Player nicht funktioniert einfach diesem Link folgen und ganz unten das "Magazine du 4 juillet 08" öffnen)
Sur l’écran « Traduire l’Europe » on voit un film qui ne se déroule pas du tout en Europe mais qui traite néanmoins de ce continent-ci, des fantaisies qu’il génère vue de l’extérieur. Il s’agit de Mirages, le premier film du jeune réalisateur Olivier Dury.
Dury se mène dans la trasse des migrants subsahariens, qui cherchent à rejoindre la Méditerranée. Sa caméra accompagne les cinq premiers jours d’un convoi de migrants a travers le Sahara, d'Agadez au sud du Niger jusqu'à Djanet, ville frontalière avec la Lybie. On suit deux pickups surchargés de jeunes hommes dont les pieds touchent presque le sable. Guidé par des touaregs, l'incroyable convoi avance dans la brousse, sur des pistes vertigineuses et à travers des tourbillons de sable. Les foulards protègent a peine contre le sable et l’impitoyable sécheresse ; le feu chauffe a peine dans le froid nocturne.
Rarement apparaissent au bord de la route des signes de vie, seulement pour vite disparaître dans le néant : on voit des enfants qui découvrent le seul blanc dans le convoi, on voit une grenouille qui lutte pour survivre ainsi qu’un vautour qui l’attendent s’il n’y arrive pas. Les hommes restent seules dans le désert : ils cherchent la distance l’un de l’autre, se combattent pour l’espace étroit sur les pickups et fixent le néant. La fatigue et l’espoir se mêlent. Pour eux l’Europe est a la fois le mirage d’une vie meilleure et le piège qui les fait souffrir. Seulement la nuit rapproche ces migrants solitaires: le feu de bivouac crée un espace clos dans l’infinité du désert.
La caméra d’Olivier Dury frôle les pieds et les visages. Elle s'attarde sur un moteur en surchauffe, un pneu à changer et un malade à soigner. Le film se veut objectif : Dury se limite a observer, il renonce aux commentaires et ne se choisit pas de protagoniste. Il ne montre qu’une période de transition - faute d’autorisation de tournage, le film s’arrête à la frontière de la Lybie.
Pourquoi ces hommes du Niger, du Sénégal, de la Mauritanie se mettent en route pour un tel calvaire ? Est-ce la lutte de survie ? Des raisons politiques ? Et qu’est-ce qui les attend en Europe ? La clandestinité ? L’expulsion ? Le film soulève bien plus de question sur la migration africaine vers l’Europe qu’il ne donne des réponses. Mais cet esprit énigmatique est justement son point fort. Devant et derrière la petite caravane, l’horizon vacille, scintille, deviens flou : d’autant que les raisons de leur émigration sont laissées a l’imagination du spectateur, les migrants ne savent pas, vers quoi ils se dirigent.
Mirages, ce sont 46 minutes d’images et sons poétiques, c’est une caméra qui échange des regards muets et compréhensifs avec des hommes que, de l’autre coté de la Méditerranée, nous allons transformer d’êtres humains en êtres clandestins. Pour ceux, qui ne veulent pas rater le début cinématographique d’Olivier Dury, rendez-vous demain à 18.30h au CRDP ou dimanche a 13.45h à la Criée.
Samstag, 7. Juni 2008
Abonnieren
Posts (Atom)